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Marktkommentar SYZ AM: Die Zentralbanken bringen sich viel zu stark ein

Die Weltwirtschaft stellt die Zentralbanken vor eine immer kniffliger werdende Aufgabe: Einerseits ist das Wirtschaftswachstum fast überall positiv und der Ausblick für die zweite Jahreshälfte stark; andererseits lässt die Inflation bereits nach und die Schuld dafür kann man nicht allein dem Öl zuweisen.

Hartwig Kos, Vize Chief Investment Officer und Co-Head of Multi-Asset bei SYZ Asset Management

Adrien Pichoud, Chief Economist bei SYZ Asset Management

Fabrizio Quirighetti, Chief Investment Officer und Co-Head of Multi Asset bei SYZ Asset Management

„Die US-Notenbank und die Europäische Zentralbank stecken in einer unangenehme Situation“, betont Adrien Pichoud, Chief Economist bei SYZ Asset Management in den aktuellen Asset Allocation Insights von SYZ. „Sie stecken in der Klemme zwischen einem Wachstum, das anscheinend eine Normalisierung der Geldpolitik rechtfertigt, und einer unter dem Ziel liegenden Inflation, die andeutet, dass man eine sehr entgegenkommende Geldpolitik beibehalten sollte.“

Fabrizio Quirighetti, Chief Investment Officer und Co-Head of Multi Asset bei SYZ Asset Management, geht noch weiter: „Die Risiken bestehen darin, dass entweder die Konjunktur- und Inflationserwartungen ganz plötzlich nachlassen oder den Zentralbanken klar wird, dass die Nebenwirkungen ihrer ultralockeren Geldpolitik stärker werden als der erwartete Nutzen.“

Besonders problematisch ist für die SYZ-Experten die Tatsache, dass die Fed und die EZB gegenwärtig in ihren Politiken auseinanderdriften. Denn während die Fed sich auf den Pfad der Normalisierung begeben habe, zögere die EZB noch, ihre Unterstützung zu entziehen.

„Unsere größte Sorge besteht darin, dass eine ungeordnete Neubewertung einiger Renditekurven stattfindet“, erklärt Quirighetti. Das könne passieren, falls die EZB versuchen sollte, ihre Geldpolitik zu normalisieren, die US-Notenbank im September ihre Zinsen erneut anhebt oder, in geringerem Maße, aufgrund fiskalpolitischer Maßnahmen von US-Präsident Donald Trump. Besonders Deutschland und die USA wären von diesen Schritten betroffen.

Auswirkungen auf die Asset Allocation
„Unsere Risikoeinschätzung hat sich nicht geändert“, fasst Hartwig Kos, Vize Chief Investment Officer und Co-Head of Multi-Asset bei SYZ Asset Management, zusammen. Zwar seien die Märkte nach den Wahlen in Frankreich weitgehend konstant geblieben und hätten einige der zuvor im Jahr gemachten Gewinne konsolidiert. Auch viele potenzielle künftige Risikofaktoren hätten sich zerstreut. „Dennoch türmen sich potenzielle Risiken noch immer bedrohlich auf. Sorgen bereiten nach wie vor die ambitionierten Bewertungen in wichtigen Anlageklassen, die deutliche Verlangsamung der Konjunktur in China sowie die extrem unberechenbare Politik von US-Präsident Trump.“

Besonders die Anleihemärkte halten die Experten nach wie vor für hoch bewertet. „Schwellenländeranleihen in harten und lokalen Währungen sind noch das am wenigsten schlechte Segment“, so Kos. In diesem Bereich hat SYZ Asset Management zurzeit eine leichte Präferenz für Polen.

Anders verhält es sich bei Aktien: Während die USA nach Ansicht der SYZ-Strategen teurer bewertet sind als ihre Pendants aus der westlichen Welt, lohnt sich für sie vor allem ein Blick auf japanische Aktien. „Sie schneiden bei der Überprüfung im Hinblick auf Risikozuschläge auf Aktien gut ab, die Wirtschaftsaktivität hellt sich seit Jahresbeginn auf und die Geldpolitik ist nach wie vor vorteilhaft. Gleichzeitig verzeichnen die Unternehmensgewinne ein starkes Wachstum“, erläutert Kos.

Quelle: SYZ Asset Management