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Neues Modell zeigt Verwundbarkeit bei steigenden Kohlenstoffpreisen

Die von der Fondsgesellschaft Schroders ermittelte Kennzahl Carbon Value at Risk (Carbon VaR) zeigt, dass gut 20 Prozent der von globalen Unternehmen erwirtschafteten Gewinne gefährdet sind. Der Grund: Um die globalen Klimaschutzziele des Pariser Abkommens von 2015 erreichen zu können, müssen die Preise für Emissionsrechte weiter enorm ansteigen. In den am stärksten betroffenen Branchen, darunter Bausektor, Stahl und Grundstoffe, könnten die Gewinne sogar um bis zu 80 Prozent einbrechen.

Andrew Howard, Head of Sustainable Research bei Schroders

Die Schroders-Experten für Nachhaltigkeit gehen davon aus, dass der Preis für Emissionsrechte – sollte der weltweite Temperaturanstieg auf die in Paris vereinbarten zwei Grad Celsius begrenzt bleiben – von derzeit weniger als fünf Dollar pro Tonne auf mehr als 100 Dollar pro Tonne steigen müsste, um den Ausstoß von Kohlendioxid (CO2) im gewünschten Ausmaß zu reduzieren.

Bisher wurden Unternehmen isoliert betrachtet anhand von herkömmlichen Analysen, etwa zum CO2-Fußabdruck und zur Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen. Dabei wurde jedoch nicht berücksichtigt, inwiefern ein Anstieg der Kosten für Emissionsrechte die künftige Rentabilität von Unternehmen beeinträchtigen könnte.

Andrew Howard, Head of Sustainable Research bei Schroders, weist auf die Nachteile der bisherigen Berechnungen hin: „Die Verfahren, die Investoren zur Ermittlung und Kontrolle von Klimarisiken zur Verfügung stehen, haben sich in den vergangenen zehn Jahren kaum verändert. Der CO2-Fußabdruck ist noch immer die wichtigste Kennzahl, vermittelt aber bestenfalls einen unvollständigen, schlimmstenfalls einen irreführenden Eindruck über die Risiken, die die Kohlenstoffpreise für Investoren bedeuten.“

Die Berechnung des Carbon VaR sei hingegen ein neuartiger Ansatz. „Bei der Berechnung werden die Unternehmensmodelle sowie die Gefahr von Gewinnminderungen im Falle deutlich steigender Preise für Emissionsrechte berücksichtigt.", so Howard. "Unsere Ergebnisse unterscheiden sich stark von denen des CO2-Fußabdrucks. Das zeigt, dass sich die Annahme, Fonds und Investmentportfolios mit geringem CO2-Fußabdruck blieben von steigenden Preisen für Emissionsrechte verschont, als gefährlicher Irrtum erweisen kann.“

Quelle: Schroder Investment Management GmbH