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Europäische institutionelle Anleger sind für 2018 vorsichtig

Institutionelle Anleger in Nordamerika streben für das kommende Jahr höhere Renditen an als ihre Kollegen in Europa. So rechnet mehr als jeder zweite nordamerikanische institutionelle Investor für 2018 mit einer Rendite von über sieben Prozent. Dies ist eines der Ergebnisse der Schroders Institutional Investor Study.

Mehr als die Hälfte der institutionellen Anleger in Nordamerika (54 Prozent) strebt eine Rendite von mindestens sieben Prozent an, verglichen mit 40 Prozent ihrer Kollegen in Europa. Anleger aus Lateinamerika zeigten sich ebenfalls optimistisch: 55 Prozent von ihnen hoffen, eine Rendite von mindestens sieben Prozent zu erzielen.

Im Vergleich dazu gaben sich europäische Anleger vorsichtiger: 30 Prozent rechnen lediglich mit einer Rendite zwischen einem und vier Prozent. Das heißt, in Europa erwarten mehr als doppelt so viele Anleger wie in Nordamerika eine solch geringere Wertentwicklung. Zudem sind bei institutionellen Anlegern in Europa und Asien die Renditeerwartungen der Studie zufolge im Vergleich zu denen in Amerika breiter gefächert.

Europäische Anleger zeigten sich allerdings deutlich zuversichtlicher, dass sie ihre konservativen Renditeziele auch erreichen werden. Dies trifft auf 61 Prozent von ihnen zu, verglichen mit 46 Prozent in Nordamerika. Weltweit äußerten sich 54 Prozent der befragten Anleger zuversichtlich, ihre Renditeziele zu realisieren. Nur wenig mehr als ein Viertel (28 Prozent) der Anleger weltweit gab an, den Anteil liquider Mittel in ihren Portfolios erhöht zu haben.

Anleger in Nordamerika zeigen sich zudem geduldiger, um ihre höher gesteckten Renditeziele zu erreichen. Nahezu zwei Drittel (61 Prozent) sind bereit, eine Strategie mindestens vier Jahre lang beizubehalten, verglichen mit 53 Prozent der europäischen Anleger. Institutionelle Anleger in Asien haben laut der Studie den kürzesten Zeithorizont für ihre Investments. Sie gehen mehrheitlich (51 Prozent) davon aus, dass sie ihre Anlagestrategien innerhalb von vier Jahren verändern werden.

Weltweit bezeichneten Anleger die Geldpolitik – die Aussicht auf höhere Zinssätze und die Drosselung der Anleihekäufe durch die Notenbanken – als das makroökonomische Thema, das sich am stärksten auf die Wertentwicklung ihrer Portfolios auswirken dürfte. Auch wenn Informationssicherheit immer mehr zu einem allgemein relevanten Thema wird, nannten nur 17 Prozent der befragten Anleger Cyber-Angriffe als einen potenziell wichtigen Aspekt für ihre Geldanlagen.

Geopolitische Ereignisse und der Vormarsch des Populismus waren in den vergangenen beiden Jahren für Anleger die beherrschenden Themen. Vor allem in Nord- und Südamerika dürften sie auch weiterhin großes Gewicht haben. Fast zwei Drittel der Anleger in Nordamerika (63 Prozent) und etwas mehr als die Hälfte in Lateinamerika (52 Prozent) erwarten, dass geopolitische Aspekte und der Populismus Anlageentscheidungen stärker beeinflussen werden als vor zwölf Monaten.

Obwohl Geopolitik und Populismus auch bei institutionellen Anlegern in Europa und Asien eine wichtige Rolle spielen, sind sie in dieser Hinsicht optimistischer: 45 Prozent der Anleger in Europa und 38 Prozent in Asien erwarten, dass diese Themen stärker in den Fokus rücken werden.

Quelle: Schroder Investment Management GmbH